Hängende Gärten zur D.I.A.

Es hat sich um ein Projekt das aus dem WPM ‘Der Park’ von Frau Deicher entwickelt hat, in dem es inhaltlich um den Bezug von Architektur und Stadtplanung zur Landschaft in allen Epochen und Kulturen geht. Hängengeblieben sind die Teilnehmer beim Mythos der Hängenden Gärten von Babylon, der bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so mythisch ist. In der Tat war es unter den Königen des alten Orients (Zweistromland mit Assyrien und Babylonien) verbreitet, einen künstlichen Park als Repräsentation von Herrschaft anzulegen. Dazu gehörten Schikanen wie künstliche Bewässerung, der Import fremder Pflanzen und Bäume – und manchmal auch der abgeschlagene Kopf eines Feindes, der im Astwerk hängt…
Zu diesem Themenkomplex (es deutet sich an, daß dieses Motiv des Parks über die Griechen und Römer (als spätere Herren Babylons) nach Europa vermittelt worden ist und hier bis heute in anderem Gewand fortlebt) planen wir eine Ausstellung zu Beginn des nächsten Semesters. Die DIA-Aktion ist ein Vorgeschmack darauf. In einer Installation auf der Dachterrasse sind auf Tonband eingesprochene zeitgenössische und spätere Beschreibungen der Gärten Babylons und des Orients zu hören. Jeder Besucher bekommt die Möglichkeit, anhand dieser Texte und bereitgestellter Zeichenmaterialien seine Vorstellung von den Hängenden Gärten auf Papier zu bringen und sich nebenbei ganz lukullisch an der Babylon-Bar sorglos zu verlustieren. Denn: Der Park, ob mit oder ohne Kopf im Baum, ist immer auch Rekonstruktion der ganz und gar sorgenfreien Ursprünge des Menschengeschlechts. Nicht umsonst ist der Mythos vom Garten in Eden im Zweistromland entstanden.
Text: Erik Maroko