Eine goldige Angelegenheit.

Ich traf mich also mit Till Daus, Kommunikationsdesign-Student im 10. Semester, um über sein Plakat zu reden. Meine Neugierde kennt keine Grenzen und so lautet mein Gesprächseinstieg nach dem gewohnten “moin” direkt: ” Sag mal Till, was ist denn das eigentlich?”
Ohne groß zu zögern gibt er das Geheimnis preis: “Ein Bernstein!”
Verdutzt über die Antwort ohne viel tamtam und begeistert von der Idee, kann ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Kein Geheimnis sondern ein Bernstein. Berechtigt stellt sich mir die Folgefrage, die ich direkt weiterleite: “Und warum?”
Daraufhin bringt er mir die Idee dahinter näher – mir geht ein Lichtlein auf und ich denke: “Daus du Fuchs!”.

“Küste”

“Küste” sagt er.
Der regionale Bezug von einem Bernstein zum Wasser wird erst leise, dann aber auf sympathischste Art und Weise deutlich und trifft, nach meiner Meinung, das auszudrückende Anliegen auf den Punkt. Er erzählt, dass unsere Schmuckdesigner ab und an auch aus diesen Zusammenhängen Schmuck entwerfen und so kommen wir schon wie von allein auf den nächsten Punkt: Edelstein.

Ein Edelstein mit Regionalitätsbezug, unsere Fakultät als schimmernd, goldiges Steinchen am Meer, etwas Glanz, aber nicht zu viel. Eine unabgehobene Visualisierung eines Jubiläums, und wieder schwingt eine nette, unaufdringliche Sympathie in der Ausdrucksweise mit, die das Wesen der Fakultät beschreibt. Das kann der Daus.
Aber da ist noch viel mehr. Natürlichkeit und Rohheit dieses kostbaren Steins verbindet er ein wenig mit dem Weg, den Studierende bei uns gehen. Ein gewisses Freiwerden von Zwängen, ein wenig schleifen an dem Selbst, sich in Richtungen bewegen, den Bernstein zu vollem Glanze aufleben zu lassen ohne dabei das zu verlieren, was ihn ausmacht.

Und warum diese Verfremdung?
“Auf den ersten Blick ist das ja erstmal ein Klumpen” sage ich und Till erklärt mir, dass diese Entscheidung schon ihre Gründe hat. Eine direktes Erfahren der Bedeutung soll nicht im Fokus stehen sondern eine gewisse Abstraktheit spielt eine Rolle. Licht- und Schattensituationen auf dem Stein und den Gedanken, keinen festen Weg vorzugeben, findet er interessant. Er bringt mir nahe, dass der Betrachter gefordert werden soll. Ein gewisser Ehrgeiz entsteht, der von ihm gekonnt auf die Form geleitet wird und das angestrebte Ziel, zu erkennen was das denn wohl ist, auf einmal ein wenig in den Hintergrund tritt um das große Ganze abzubilden.
Das große Ganze ist Till wichtig. Er möchte alle Bereiche unserer Fakultät mit einbinden und diesen bunten Haufen in einer visuellen Aussage vereinen. Das jeder in der Form etwas anderes sieht findet er schön, und unterstützt seine Idee der Ganzheit.
Aufgeklärt über die Hintergründe zu dem Plakat und wirklich ergriffen von der Idee verabschiede ich mich von Till und danke ihm für das nette Gespräch in der Sonne. Er geht wieder in die Druckwerkstatt, ich erstmal zum nächsten DIA Plakat… ein Bernstein also!

Adobe Photoshop PDF

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