Mehr als Inspiration?

Der Plakatentwurf zur Medieninformation „Fakultät Gestaltung lädt zur 3-tägigen Jahresausstellung DIA’14“ damals vom 5. Juni 2014 wurde im Rahmen der Vorankündigung sowie weiterer Werbemaßnahmen zur Jahresausstellung nicht verwendet und zurückgezogen. Grund dafür war eine große Ähnlichkeit des Motiv zu einer bereits bestehenden Arbeit. Die Leitung der Fakultät hat entschieden den Entwurf zur Wahrung wissenschaftlicher Standards zurückzunehmen. Eine Diskussion zu Themen wie Inspirationsquellen, Kopie und die Verantwortung des Gestalters wurde im Vorfeld der Jahresausstellung DIA’14 in den Ateliers, Fluren und Seminaren entfacht. Es stellten sich verschiedenste Fragen, wie beispielsweise “Wann wird der Punkt erreicht, wenn sich eigentliche Inspirationshilfe mit einer offensichtlichen Fälschung überschneidet? Bist du ein guter Gestalter, wenn eine fremde Idee zu deiner eigenen verformt wird oder bist du einfach nur ein kleptomanischer Dilettant? Die gewaltige Bilderflut des Internets bietet Inspirationen, die nicht selten die Grenze vom Erlaubten überschreitet, dem man sich leicht bedient und nicht selten so übernimmt und was ist eigentlich mit Picassos Zitat „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen“.

 Mich würde eure Meinung interessieren! Schreibt mir, denn ich denke es gibt so einige da draußen, die gerne etwas dazu sagen würden.

 

 

11 thoughts on “Mehr als Inspiration?

  1. Meiner Meinung ist die Grenze wirklich schwer zu definieren, wann etwas Plagiat ist oder nur adaptiert. Wenn man es ganz genau nimmt, sehen wir eigentlich jeden Tag nur Plagiate, mehr als Dreieck, Kreis und Rechteck gibt es nicht, ebenso wie es keine neuen Farben gibt. Wir variieren eh nur, seit ewig vielen Jahren immer die gleichen Lösungen. Vielleicht kann man dazu wirklich nur sagen, dass man einfach gut im kopieren sein muss.

  2. schöner artikel! schade, dass das ausgerechnet beim dia-plakat passieren musste. ich habe leider das erste plakat nicht gesehen, deswegen kann ich zu dem spezifischen fall nichts sagen. aber ich glaube grundsätzlich daran, dass gestaltung aus inspiration, idee und handwerk/umsetzung besteht. diese drei schritte sollten bei etwas “eigenem” vorhanden sein, auch wenn man sich von der arbeit eines anderen inspirieren lassen hat. wenn die ersten beiden schritte wegfallen und nur die umsetzung bleibt, dann ist und bleibt es “nur” eine schlechtere oder bessere kopie des originals. schönes wochenende

  3. Ich finde die Frage nach dem Handwerk im Zusammenhang mit einer Kopie sehr spannend. So ist doch eine Kopie die einem angemessen Handwerk entspringt, oder sogar über dieses neu interpretiert wurde wiederum ein Unikat, oder nicht? Man kann plump meinen Kopieren will gelernt sein und als Handwerk benennen. Was darüber hinaus die Wertung anbelangt, bleibt dem Betracht vorenhalten, ob Homage oder Plagiat.

  4. hast du absolut recht, max, das sind die gestalterischen grundmittel. genau wie terz und quinte in der musik kompositionsgrundlagen sind. aber gehört das nicht zum handwerk und ist teil der gesamten gestaltung einer arbeit? wenn du es soweit herunterbrichst, dann würde es bedeuten, dass wir keinerlei individuelle gestaltung mehr bräuchten, weil es keine inspiration mehr gibt, die zu einer idee führt. das wäre dann design-darwinismus nur die besten ideen setzen sich durch, hoch lebe der mainstream! das wollten wir doch so eigentlich nicht…

  5. ne natürlich nicht, ist auch absolut überspitzt gemeint. den design-mainstream gibt es ja sowieso, man sieht immer deutlich die wellen bestimmter arbeitsweisen, die durch viele Bereiche gleichermaßen gehen. da plagiat thema ist einfach uralt und wird sich nie ändern. geklaut wird immer und es ist auch gar nicht so schlimm, denn darin steckt auch immer weiterentwicklung. z.B. IKEA´s Grundkonzept bei Produkt/Corporate/Grafik Design ist: copy, paste, adapt. und die fahren sehr gut damit

  6. auf jeden fall. wobei, da find ichs zB schade, dass ikea die hacker nicht ein bisschen mehr unterstützt. da trifft dann wieder der fall ein, dass umbau/weiterentwicklung zT einfach noch viel großartiger ist, als das original. das bringt nämlich ne wirklich sinnvolle und eventuell auch ergebnisorientierte fragestellung mit sich: sollte design open source sein? denn ich finde, diese frage sollte eigentlich immer mit ja beantwortet werden…wenn jemand deine eigene idee zu nem ganz neuen ergebnis führt, sie verbessert und für nen ganz anderen zweck perfektioniert ist das doch sowas von großartig! http://www.ikeahackers.net

  7. Ich finde die bisher geäußerten Meinungen viel zu diplomatisch, wenn nicht gar am Thema vorbei gelabert. Vielleicht, weil es nicht den eigenen Entwurf betrifft, der für das Plakat geklaut wurde… Wie steht eine Fakultät Gestaltung da, wenn schon hier, während des Studiums, kopiert wird was das Zeug hält? Und das obwohl man fern ab der ökonomisch-gestalterischen Zwänge von “da draussen” entwerfen kann. Was ist passiert, wenn man trotz mehrjähriger handwerklich-theoretischer Ausbildung, keine eigenen Ideen zu produzieren in der Lage ist? Die (überholte) Inspiration-Plagiat-Diskussion ist längst ausführlich geführt worden, die ist hier nicht neu aufzurollen. Der Image-Schaden den eine Hochschule durch einen solchen Dilettantismus nehmen könnte, sollte entsprechend bedacht werden. Man muss sich mal überlegen: Es soll ein Plakat zur Jahresausstellung gestaltet werden, welches in Internet- und Printmedien flächig Verbreitung finden wird – wie kann man da auf die Idee kommen etwas zu kopieren? Und das dann noch einzureichen als eigenen Entwurf. Es ist mir unbegreiflich. Eine Schande! Doch nicht nur das. Genauso beschämend ist es, wie schlecht (bzw. gar nicht) gestalterische Leistungen seitens der Hochschule honoriert werden. So wurde der Gestalter des alten neuen Plakats mit einem der übrigen Ausstellungskataloge vom Thormannspeicher entlohnt… Wenn niemand bereit ist (nicht mal an einer Gestaltungsschule) für gute Designleistungen zu bezahlen, wird es auch niemanden geben der bereit ist gute Ideen zu produzieren.

  8. Alles was wir gestalten ist von dem beeinflusst, was wir jeden Tag sehen, egal ob es im Internet oder im Museum ist, das ist auch nicht schlimm, das ist einfach so und geht glaube ich gar nicht anders.
    Die Modifizierung von Möbeln als kreativer Prozess ist eine super Sache, führt aber doch etwas vom Thema weg. Ich würde gerne mal ganz deutlich beim Thema bleiben und klar ausdrücken, meiner Einschätzung nach handelt es sich zweifelsohne um ein Plagiat, eine schamlose Kopie. So da habe ich es geschrieben. Wenn jemand Dinge kopiert um eine gute Note zubekommen, und der Prof das nicht merkt, finde ich das doof und unfair, rege mich kurz auf und gehe dann zum nächsten Thema über, es ist mir letztendlich egal. Wenn es aber nun weitergeht und das Plagiat veröffentlicht werden soll und so weiter sind das Bedingungen, die mit einer herkömmlichen Prüfung nichts mehr zu tun haben.
    Das DIA-Plakat ist etwas besonderes, es ist eine Ehre es gestalten zu dürfen. Jetzt übertreibe ich vielleicht ein wenig, aber es sollte das Juwel aller Plakate sein die auf der DIA vertreten sind. Es ist Repräsentant der Fakultät und ihrer Studenten, also der eigenen Kommilitonen, einer davon bin ich. Als ich auf Facebook den Link zum Originalplakat fand war ich schockiert, das kann man doch nicht machen, ob das wohl so konsultiert wurde?, nein das geht nicht, ich fühle mich beschämt, oh wie peinlich für uns, wie gemein für die Hochschule, wer sitzt bloß in dieser Kommission, das war doch ein riesen Aufstand bis das Plakat ausgewählt wurde, da kannte das niemand? (Klar man muss nicht alles kennen) …dieser Feigling, der nach Auswahl seines Plakatvorschlags nichts gesagt hat, das ärgert mich und ist mir nicht egal!
    Das waren die Gedanke die mich durchströmten.
    Abschließend möchte ich noch loben, dass dieses Thema angesprochen wurde, finde ich absolut richtig, Kompliment für diesen Mut!

  9. Ich stimme mit Anne überein. Hier geht es glaube ich nicht um eine Diskussion zu Plagiat/Adaption/Ideenklau, es geht eigentlich auch nicht um irgendwas Künstlerisches. Es geht um eine ziemlich klare Aufgabe, um Design (Kommunikationsdesign in dem Fall).
    Einen ganz wesentlichen Anteil am Designprozess hat meiner Erfahrung nach immer die Auseinandersetzung mit dem zu gestaltenden Gegenstand und dessen Kontext. Das ist ein zwangsläufiger Prozess, den man gar nicht klauen kann. “Inspiration” im Netz oder sonstwo ist nicht diese Auseinandersetzung, höchstens ein Teil davon. Die digitale Bilderflut ist keine Ausrede für fehlendes Denken. Es geht überhaupt nicht darum, ob Plagiat/Adaption/Ideenklau hier irgendwie okay oder zu rechtfertigen ist. Es geht darum, dass es in diesem Fall offenbar nicht mal eine eigene Idee gab, geschweige denn ein Konzept. Vermutlich hat also überhaupt kein designorientierter Denkprozess stattgefunden. Wenn dem so ist, wäre dies das eigentliche Armutszeugnis für eine Fakultät Gestaltung und ihre Studierenden.

  10. Dass der Remix heutzutage unsere Welt beherrscht, dürfte jeder schon einmal selbst festgestellt haben. Und das ist auch gut so. Mir persönlich hat das Plakat wirklich super gut gefallen und ich war geschockt zu hören, dass es ein Plagiat ist.
    Wann eine Adaption erlaubt ist, und wann nicht, regelt für mich die Aufgabenstellung, erst recht an einer Hochschule.
    Deswegen beginnt mein Denkansatz nicht bei dem mittlerweile entfernten Plakat, sondern schon viel früher – nämlich bei dem Entwurf eines Plakates zu Werbe und Repräsentationszwecken unserer Hochschule!
    Wir sind alle erst auf dem Weg Gestalter zu werden, dabei sollte unser größter Fokus darauf liegen, unser Grundhandwerk erlernen zu wollen. Das Spiel mit Dreieck, Kreis und Rechteck (wie Max so schön sagte) will meiner Meinung nach beherrscht werden, bevor man sich daran macht Arbeiten anderer verbessern oder auch nur verändern zu wollen. Ich finde das irgendwie anmaßend…
    Stellt euch vor, wir müssten auf jegliche Inspirationen außerhalb unseres eigenen Denkens verzichten! Was soll da schon passieren? Mutter Natur und die Gabe einen Geist zu besitzen sollten reichen ein Plakat zu entwerfen, dass inhaltlich und optisch ansprechend ist. Das wurde uns schon abertausende male vorgemacht und genau das sollten wir kopieren. Also seid neugierig und aufmerksam, fangt endlich wieder mehr an zu zeichnen, macht Fehler und lernt daraus.
    Spätestens als die Wahl auf diesen Entwurf gefallen ist, hätte der ’Erfinder’ sich die Frage stellen können, welchen Eindruck im Falle einer Entdeckung über unsere Uni entsteht. Erst recht, wenn es durchaus im Bereich des Möglichen ist, dass es veröffentlicht wird und eine Hochschulfakultät mit über 700 Studenten repräsentiert.

    Und liebe Katrin:
    erstaunlich, wie du deine feurige Energie doch in Beleidigungen anderer und das Herumschmeißen ausgeschmückter Sätze steckst, die meiner Meinung nach hier nicht hingehören. Dennoch finde ich interessant, wie du über Honorierung kreativer Arbeiten denkst. Du bellst hier rum, wie ein geprügelter Hund, der aber trotzdem alles treu für sein Herrchen tut. Du hast Recht Designer werden regelrecht zertrampelt auf dem Arbeitsmarkt. Aber wir sind selber Schuld. Jede Arbeit, die an die Öffentlichkeit geht, solle honoriert werden (Es sei denn man schenkt sie freiwillig) – man muss nur darauf bestehen. Das tuen leider viel zu wenige und haben anscheinend genau wie du schon aufgegeben und sich mit Fußtritten abgefunden. Du liebst was du tust – für nichts! Aber bitte bedenke dabei, bevor du andere beschimpfst, dass man die Realität immer ändern kann und wenn mehr Menschen so denken und mehr Mut beweisen würden, dann hätten wir es alle schon ein bisschen einfacher.

  11. Das es unmöglich ist, etwas Neues aus dem Nichts zu erschaffen, wurde hier ja schon zur genüge beleuchtet, deswegen werde ich mich darüber nicht auch noch auslassen.
    Dennoch ist es möglich, etwas Neues aus bereits bestehenden Elementen zu schaffen, und für mich macht das den Reiz am Gestalten aus.
    Die Fähigkeit, etwas durch die eigene Sicht und die eigenen Fähigkeiten selbst neu zu interpretieren und am Ende auf ein Resultat zu blicken, in dem man sich selbst wiederfinden kann, ist doch zutiefst befriedigend.
    Wenn man kein Problem damit hat, darauf zu verzichten, sollte man wenigistens den Mut haben, darauf hinzuweisen, dass man geschummelt hat, wenns um die Wurst geht.
    Ich finde das Plakat eigentlich auch recht langweilig, verglichen mit den anderen Entwürfen, aber die Geschmecker sind ja verschieden.

    Von mir auch nochmal ein großes Lob an den Autor.

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